Antiquariat F. Neidhardt
» seit 1953 «

Seltene und illustrierte Bücher
des 15. bis 20. Jahrhunderts.
Schöne und ungewöhnliche
Objekte des Antiquariats.

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Detailansicht


Frühe Fotographie eines Transvestiten - Transgender - Crossdressing.

Anonym Transvestiten – Transgender – Crossdressing. Frühe Photographie eines Transvestiten. Ovale Ambrotypie, 5,4 x 4,1 cm.
Anonym Transvestiten – Transgender – Crossdressing. Frühe Photographie eines Transvestiten. Ovale Ambrotypie, 5,4 x 4,1 cm.

Anonym

Transvestiten – Transgender – Crossdressing. Frühe Photographie eines Transvestiten. Ovale Ambrotypie, 5,4 x 4,1 cm.

€ 2.800.–


England, um 1860.
Sitzender, ungeschminkter Mann mit Perücke, Rüschen-Haube, einem Rüschen-Schal mit Streifen, einem als Stola getragenen Plaid, darunter eine schwarze Rüschen-Weste oder Corsage, ein hellgrauer Rock oder Kleid sowie schwarzen Lederhandschuhen. Unter Glas in originalem lederbezogenem Holzrahmen, dieser 7,4 x 6,2 cm.

Sehr frühes und seltenes Dokument privaten Transvestitismus.– Interessant an den zeitlichen Zusammenhängen ist, dass gerade im Viktorianismus der Kleidungsstil für Herren deutlich formaler und nüchterner wurde. Vorbei die Farbigkeit des Regency, die Perücken des Georgian und die Spitzen des 17. Jahrhunderts. Männliche Kleidung wurde enger und männlicher und damit das Tragen von Frauenkleidung umso gegensätzlicher und wahrscheinlich auch aufregender. An sich stand dies nicht unter Strafe, dennoch wird der Fotographierte vorsichtig in der Auswahl des Fotographen und Zeitpunkts gewesen sein, mussten er doch neben privater Ausgrenzung auch jederzeit eine Anzeige oder Verfolgung wegen „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ fürchten.– Die Ambrotypie (Melanotypie, Amphitypie oder kurz Ambro, von dem griechischen Wort ambrotos „unsterblich“) ist ein fotografisches Scheinpositiv, das im nassen Kollodiumverfahren hergestellt wird und zwischen 1852 und 1890 verwendet wurde; es wurde vor allem als preiswerter Ersatz für die Daguerreotypie genutzt.


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