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(Ludwig, Der Fruchtbringenden Geselschaft Namen, Vorhaben, Gemählde und Wörter:
(Ludwig, Fürst zu Anhalt-Köthen),
Der Fruchtbringenden Geselschaft Namen, Vorhaben, Gemählde und Wörter: Nach jedes Einnahme ordentlich in Kupfer gestochen und In achtzeilige Reimgesetze verfasset.
verkauft
Eines der schönsten deutschen Kupferstichwerke des 17. Jahrhunderts in einem hervorragenden Exemplar.– Endgültige Fassung des Namensverzeichnisses der Fruchtbringenden Gesellschaft, als dessen Verfasser und Herausgeber der Fürst von Anhalt gilt. Die vorangegangene Ausgabe von 1630 umfasste nur die Hälfte der Kupfer und Mitglieder. Das Werk ist chronologisch nach dem Aufnahmejahr des jeweiligen Mitglieds geordnet. „Jedes Blatt trägt oben das Losungswort, unten das als Antwort geltende Stichwort, das der Teilnehmer als Übername der Gesellschaft trug (d.i. der Gesellschaftsname). Er musste um das Stichwort selber einen Vers von acht Zeilen schmieden. Dazu hatte er eine Pflanze zu wählen, die das Stichwort Symbolhaft vertritt“ (Wüthrich). Diese Verse (echte Stanzen) wurden jedoch nicht von den Mitgliedern selbst, sondern von Ludwig und Diederich von dem Werder verfasst. Die prächtigen Kupfer von Matthäus Merian zeigen die Pflanze in Landschaften, vor Schlössern, Parkanlagen und verschiedensten Umgebungen. Sie sind äußerst fein ausgeführt und liegen in guten Abzügen auf kräftigem Papier vor. „Neben seiner eminenten historischen Bedeutung ist das Buch eines der schönsten deutschen Kupferwerke des 17. Jahrhunderts“ (K. Wolff für Sammlung Manheimer 253).– Ein schönes, homogenes Exemplar von hervorragender Gesamterhaltung und schöner Provenienz. Spiegel mit Exlibris der Fideikomissbibliothgek zu Laibach, Titel mit hs. Besitzvermerk von Wolf Engelbert von Auersperg (1610-1673), dem Begründer derselben.– Bulling, Bibl. z. Fruchtbr. Ges. S. 34. Praz 342. Faber du Faur 166 und 166a. Dünnhaupt 6.6. Wüthrich II, 22.
Beigegeben: Neumark, Georg, Der Neu-Sprossende Teutsche Palmbaum. Oder ausführlicher Bericht, von der Hochlöbl. Fruchtbringenden Gesellschaft Anfang, Absehn, Satzungen, Eigenschaft, und deroselben Fortpflanzung . samt einem Verzeichnüß, aller dieses Palmen-Ordens Mitglieder. Derer Nahmen, Gewächsen und Worten, hervorgegeben von dem Sprossenden. Nürnberg, J. Hoffmann, 1669. 8°. 22 Bl., 480 S., 39 Bl. Mit gestoch. Porträt, Kupfertitel und 31 Kupfertafeln, davon 7 gefaltet. Pergamentbd d. Zt.
Einzige Ausgabe des wichtigsten Werks über die Fruchtbringende Gesellschaft. „Diese Geschichte der Gesellschaft und Darstellung ihres Wesens, ihrer Absichten und Satzungen ist mit großer archivalischer Genauigkeit, wenn auch nicht ohne Irrtümer verfaßt und eine der Hauptquellen“ (Manheimer). Das Buch bespricht 806 Mitglieder und berichtet über die Stiftung der Sprachgesellschaft, ihre Satzung, ihr „Vorrhaben und Zwekk“, über die Gesellschaftsnamen, ihre Ziele, nennt die Aufnahmebedingungen und beschreibt die Entwicklung der Gesellschaft sowie die aus dem Kreis der Gesellschafter veröffentlichten Bücher. Neumark war seit 1653 Erzschreinhalter und Sekretär der Gesellschaft; etliche Gedichte auf ihn von S. v. Birken, A. Olearius, K. Stieler u. a. finden sich am Anfang des Werks. Die Kupfer zeigen Porträts, Wappen, allegorische und landschaftliche Darstellungen sowie das Gründungslokal, die Wilhelmsburg in Weimar. „Als Erzschreinhalter (d. i. Generalsekretär) der Fruchtbringenden Gesellschaft war Neumark in Weimar ideal situiert, diese großangelegte Geschichte der FG von ihren Anfängen bis 1688 mit archivalischer Gründlichkeit darzustellen. Neumark ersetzt mit dieser Gesamtdarstellung die beiden bis dahin maßgebenden Werke ‚Der Teutsche Palmbaum‘ (1647) von Hille und die ‚Fortpflanzung der . Fruchtbringenden Gesellschaft‘ (1651) von Harsdörffer“ (Dünnhaupt).– Für die Besitzer des obigen Kupferstichwerkes ist das dort fehlende, hier aber vorhandene das Register der Pflanzen von Bedeutung.– Dünnhaupt 53; Goed. III 77,17; Faber du Faur 1871; Praz S. 342; Manheimer 274; Haus der Bücher 66; Bulling 62.
- Bestellnummer: 1458AB
- Kategorie: Highlights, Archiv
- Schlagwörter: Barock Baroque · Botanik Botany · Emblemata Emblemata
- Sprache: Deutsch